Frank-Schirrmacher-Preis

Der Frank-Schirrmacher-Preis wird jährlich vergeben für herausragende Leistungen zum Verständnis des Zeitgeschehens. Der Preis knüpft damit an Frank Schirrmachers eigene Bestrebungen an, die Signaturen der Gegenwart im Licht von Vergangenheit und Zukunft zu lesen und zu deuten.

Seit seinen Anfängen bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und später als deren Mitherausgeber griff Schirrmacher wichtige Themen und Entwicklungen auf, indem er sie kritisch-pointiert zur Darstellung brachte und damit viele Debatten auslöste. In solchem Sinn will der Frank-Schirrmacher-Preis Kulturschaffende auszeichnen, die es verstehen, uns die Besonderheiten und Herausforderungen des Zeitgeschehens vor den zentralen geistig-kulturellen Hintergründen näher zu bringen.

Aktueller Preisträger

Eva Illouz, geboren 1961, ist eine angesehene Soziologin und Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Geboren in Marokko und aufgewachsen in Frankreich, hat sie sich auf die Erforschung der modernen Liebes- und Konsumkultur spezialisiert. Ihre Arbeiten beleuchten die Soziologie der Emotionen und der Kultur. Illouz ist bekannt für Bücher wie "Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung" und "Die Errettung der modernen Seele: Therapie, Gefühl und die Kultur der Selbsthilfe". Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der European Sociological Association's Lifetime Achievement Award.

In den letzten Jahren hat sich Illouz auch vermehrt für den interreligiösen Dialog engagiert, insbesondere zwischen Juden, Christen und Muslimen. Durch öffentliche Vorträge und akademische Initiativen fördert sie das Verständnis und die Kooperation zwischen diesen Glaubensgemeinschaften. Ihr Ansatz betont die Bedeutung von Empathie und gegenseitigem Respekt, um die oft durch Missverständnisse und historische Konflikte belasteten Beziehungen zu verbessern.

Quellen:
hebrew.ac.il, Wikipedia

Ayaan Hirsi Ali ist Research Fellow an der Hoover Institution der Stanford University, Gründerin der AHA Foundation und Herausgeberin des Ayaan Hirsi Ali Podcast. Von 2003 bis 2006 war sie Mitglied des niederländischen Parlaments. Während ihrer Zeit im Parlament konzentrierte sie sich auf die Förderung der Integration von nicht-westlichen Einwanderern in die niederländische Gesellschaft und auf die Verteidigung der Rechte muslimischer Frauen.

Ai Weiwei, der chinesische Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator wurde am 28. August 1957 in Peking geboren.

Ai Weiwei kommentiert in seinem Werk die gravierenden Veränderungen, die in China seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes stattfinden. Er kritisiert die Verstöße gegen die Menschenrechte, wirtschaftliche Ausbeutung und Umweltverschmutzung in seiner Heimat.

Bild: M. Popow / Imago

Daniel Kehlmann wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte.

1997 erschien sein erster Roman „Beerholms Vorstellung“. Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006 sowie zuletzt dem WELT-Literaturpreis 2007 ausgezeichnet.

Peter Thiel (* 11. Oktober 1967) ist ein US-amerikanischer Entrepreneur und Philantrop deutscher Herkunft. Er schloss in Stanford seinen Bachelor in Philosophie und dann seinen Master in Rechtswissenschaften ab. Er gilt als Revolutionär und Freidenker der Start-Up Szene im 21. Jahrhundert.

Credit-K.-Chetkovich

Der US-amerikanischer Schriftsteller und Romancier Jonathan Franzen (* 17. August 1959) wurde einem breiten Publikum bekannt mit seinem 2001 erschienenen dritten Roman „Die Korrekturen“, der den National Book Award gewann, Finalist für den Pulitzer-Preis war und sich weltweit 2,85 Millionen Mal verkaufte. 2015 wurde dieser Roman von der BBC-Auswahl der besten 20 Romane von 2000 bis 2014 zu einem der bislang bedeutendsten Werke dieses Jahrhunderts gewählt.

Michel Houellebecq, geboren 1958 auf La Reunion/Frankreich, wuchs bei seinen Großeltern in Crecy-La-Chapelle auf. 1980 erhält er sein Diplom als Agrar-Ingenieur, danach arbeitete er im Informatik-Bereich. Er publizierte zwei Gedichtbände und Essays, bevor er seinen Erstlingsroman „Ausweitung der Kampfzone“ schrieb, für den er den Grand prix national des lettres sowie den Prix Flore für den besten Erstlingsroman erhielt. Sein zweiter Roman „Elementarteilchen“ erregte 1998 große Aufmerksamkeit und ist in über 25 Übersetzungen erschienen. Beide Romane wurden auch verfilmt.

Der grosse deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Er wuchs in Nürnberg auf und studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und an der Sorbonne in Paris. 1955 wurde er mit einer Arbeit über Clemens Brentanos Poetik promoviert. Seine berufliche Laufbahn begann Enzensberger als Rundfunkredakteur in Stuttgart.