In Gedenken an Frank Schirrmacher

Am 12. Juni 2014 starb überraschend im Alter von 54 Jahren der Publizist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. Im Herbst 2014 wurde zur Erinnerung an Schirrmacher die Frank-Schirrmacher-Stiftung gegründet. Im Zentrum der Stiftung steht der jährlich verliehene Frank-Schirrmacher-Preis. Darüber hinaus vergibt die Stiftung in unregelmässigen Abständen einen Freiheitspreis.

„Wir haben noch nicht einmal nur annähernd begriffen, was das Wesen der digitalen Welten ist, wie sie unsere alten Lebenswelten verändern, was sie mit uns und in unseren Köpfen machen. Diese Zeit, die uns so sehr zu gehören scheint, ist vielleicht die erste Epoche der späteren Moderne, die die Besitzverhältnisse radikal umkehrt: Wir sind ihr völlig untertan geworden.“

(Frank Schirrmacher anlässlich eines Gesprächs mit Martin Meyer)

Ayaan Hirsi Ali erhält Schirrmacher Preis 2022

Der 7. Frank-Schirrmacher-Preis für herausragende Leistungen zum Verständnis des Zeitgeschehens geht dieses Jahr an die niederländisch-amerikanische Schriftstellerin, Politikwissenschafterin und Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali

Die Stiftung ehrt damit eine Frau, die unerschrocken und eloquent für die Werte des freien Denkens und die Rechte der Frauen in einer Welt der Widersprüche und des wachsenden Fanatismus eintritt.

Die Preisverleihungen finden im Herbst in Zürich statt. Die Laudatio auf Ayaan Hirsi Ali hält die Journalistin und Publizistin Alice Schwarzer.

Die Stiftung vergibt fortan und in unregelmässigen Abständen einen weiteren Preis: Den mit 10'000 Franken dotierten Freiheitpreis der Frank-Schirrmacher-Stiftung. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich für ein aufgeklärtes Bewusstsein und die Gestaltungsräume des Individuums einsetzen. Der erste Preisträger ist der ukrainische Schriftsteller Serhij Schadan, der für sein literarisches, poetisches und essayistisches Werk und sein mutiges Engagement zu schwerer Stunde geehrt wird.

Laudatio der Altbundesrätin Micheline Calmy-Ray

Die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Ray hielt eine eindrucksvolle Rede an der Universität in Zürich zu Ehren des diesjährigen Preisträgers Ai Weiwei, in der sie einerseits sein künstlerisches Lebenswerk inhaltlich durchleuchtet, andererseits aber auch auf sein politisches Engagement als Aktivist und Menschenrechtler eingeht.